Uni fun

Sooo, I’m going to go on in English now, because the mistakes I make can then be dismissed as “cute” instead of “plain dumb”. I’ve spent the last week at uni (yes, Kiwis call it that, college is high school here. So glad I got that straight before I applied to a school…). It’s been pretty amazing. There is NO power distance between students and lecturers. Everyone is called by their first name and titles are never mentioned, so you might be getting advice on your choice of courses by the head of your department or maybe the cleaning lady- you’ll never know. But what you do know is that everyone is going above and beyond to make your life as uncomplicated and comfortable as possible. There are workshops and orientation seminars on literally everything, from exam anxiety, to setting up your timetable, speed reading, memory skills, sex and relationships (yes, in that order, thank you), Kiwi culture, stress management, spiritual stuff, how to abuse drugs, social skills, antisocial skills, sports and nutrition, how to wipe your butt, scientific writing, statistics for dummies, how to not spit on the campus grounds, how to write an essay, a paragraph, a word! and it goes on for e vah. People actually stop you on your way from one building to the other just to ask if you need help and then they take you by the hand and guide you through all the confusing hallways and up and down all those innumerable staircases to wherever you want to go. I wonder if that might be a way to get back to Germany, if I ever find myself homesick….
To be quite honest, after 3 years of studying most of the essential soft skills you need to make your way through uni are already acquired and it’s a bit of a bore to be lectured about them. Yes, I know I should eat healthy and exercise during exam preparation. Never kept me from sitting in the library day and night with a stack of candy next to me, though. And I know that there are people who study better in groups. That doesn’t change the fact that I dislike most people and would never voluntarily sit down with them to do stuff I can do on my own, even if I’m going to have more panic attacks and worse results.
Some things were really helpful, though, and I appreciate the finely meshed safety net that will catch me if I end up spending too much time at those workshops and too little at my classes. If worse comes to worst, I’ll just go to the workshop “How to not go to all those workshops and study instead” and they’ll sort me out.

All Good

Wer hätte gedacht, dass die Wohnungssuche im nach Meer und Honig duftenden Auckland so absurd grauenvoll werden könnte? Zuerst marschierte ich – noch voller Zuversicht- in einen fensterlosen Keller voller Inder. Drei Personen pro Zimmer, drei Zimmer insgesamt, eine ölverschmierte Kochplatte. Indien, hin und zurück, jeden Tag, für nur 450 Euro im Monat? Maybe not.
Danach noch weitere 6 katastrophale Zimmer, eins mit einem ca. 120jährigen, einäugigen Japaner als Mitbewohner, eins mit einem OCD-erkrankten Transvestiten als Landlady und alle ausnahmslos viel zu teuer. Bis ich irgendwann eine dschungelartige Einfahrt runterlief und das perfekte Häuschen gefunden habe, mit netten Mitbewohnern, tollem Garten und billig, weil absolute Bruchbude. Ich habe nicht umsonst mein Leben lang unter Mänteln und auf Betonböden geschlafen! All das war Training für das, was jetzt kommt! Mein Zimmer mag noch keine Wände haben und es ist relativ wahrscheinlich, dass mir mein Bett in einer Woche entzogen wird, aaaaaaaaber: ich habe einen Pool! Und im Garten wachsen Artischocken und Limetten. BIG SMILE.

Yesyes, still better than you

Vier Frühstücke in zwei Tagen und soviel Fettigkeit auf Haaren und Haut später, dass ich Gewicht verlieren werde, sobald ich dusche, bin ich in Sydney angekommen. Nicht wo ich hinwollte, aber fast! Mein Flug nach Auckland wurde nach 28 Stunden Reise nochmal 4 Stunden nach hinten verschoben, aber hey! Ich bin eine überprivilegierte, weiße 23-Jährige! Ich bin die Spitze der Nahrungskette, die Zielgruppe der Werbeindustrie, die Nutznießerin der Kämpfe, die meine Spezies schon für mich ausgefochten hatte, bevor ich auch nur geboren war. Ich beschwere mich ungern über irgendetwas. Nur vielleicht über Folgendes:

Ich saß den größten Teil der Reise zwischen einer 28jährigen Juristin und einer 30jährigen frisch gebackenen Lehrerin. Beide auf dem Weg nach Neuseeland, beide in Wanderstiefeln, beide waren schon mal da, beide wollen seitdem nur noch zurück, beide beschreiben ihr Leben in Deutschland als „Käfig“ und hoffen in Neuseeland eine befriedigende Work-Life-Balance, Luft zum Atmen und letztendlich ihr Lebensglück zu finden.

FFFFFFFUUUUUU…..

Nachdem mich die Cabin Crew gewaltsam von dem Versuch, mich durch einen der Notausgänge aus dem Flugzeug zu stürzen, abgehalten hatte und mein verzweifeltes „ICH WILL KEIN KLISCHEE SEIN LIEBER STERBE ICH ALS MICH SELBST IN ANDEREN ZU ERKENNEN NAAAAAAAAIIIIN“-Gebrüll mit einem opiumgetränkten Lappen, den sie mir vor Mund und Nase pressten, erstickt hatten, kam ich in drogeninduzierter Erleuchtung zu neuer Selbsterkenntnis. Es ist ja eine bekannte Krankheit meiner Generation, so verzweifelt anders sein zu wollen, dass am Ende alle gleich anders sind. Was ist also schlimmer- ein perfekt vorhersehbares Produkt seiner Sozialisierung zu sein oder ein perfekt vorhersehbares Produkt seiner Sozialisierung zu sein PLUS vorhersehbar darin zu sein, das nicht einsehen zu wollen?

Ergo: I’m still better than you. (You’ve just been lawyered.)